Kategorie: Zivilisation & Natur

  • Schlechtes Wetter ist gutes Wetter! (pt. 1/2, vier Bilder)

    Heligpeder

    Heligpeder

    Heligpeder

    Heligpeder

    Nördlich von Hasle an der Westküste Bornholms befindet sich der raue Abschnitt der Insel. Während im Norden und Osten Schären und im Süden Dünen und Strände vorherrschen, ist dieser Abschnitt zerklüftet und felsig.

    Auf meiner ersten Japan-Reise im Frühling 2015 empfand ich, dass das Besuchen und Erkunden bei regnerischem und windigem (umgangsprachlich: schlechtem) Wetter weitaus angenehmer ist. Es sind weniger Menschen unterwegs, aber man trifft erstaunlicherweise immer wieder mal interessante. In Kyoto schloss ich mich im Bambuswald am Inari-Schrein mit einer Festlands-Chinesin zusammen und kam mit ihr in ein recht offenes Gespräch. Das wurde möglich, weil zum Einen nur wenige Menschen auf dieser Alternativroute unterwegs waren, zum Anderen auch weil kein “Blockwart” dabei war – Gruppen aus China erscheinen für Europäer deshalb oftmals unerreichbar, weil Kontakt zu Systemfremden nicht erlaubt und auch gefährlich ist.

    Kamera: Canon EOS 500N
    Film: Rossmann Film 200 (expired 03/2005)
    Location: Heligpeder
    September 2019

  • roots (pt. 2/2, vier Bilder; reclaim the game!)

    way to Volksparkstadion, Hamburg

    Volksparkstadion, Hamburg

    Volksparkstadion, Hamburg

    Reclaim the game!

    Einige Male wollten mein Schulfreund Michael und ich schon zum HSV. Gegen Borussia Dortmund oder die Beiern, aber irgendetwas kam immer dazwischen. Im August 1993 fuhren wir milchgesichtigen Untertertianer direkt nach der sonnabendlichen Folter in der Schule nach Hamburg. Zunächst ging es in die Innenstadt, Musik- und Sportgeschäfte durchstöbern, begeistert von den angeschossenen HSV-Kutten am Mönckebergbrunnen sein, später dann zum Stadion, viele lustige, aber auch reichlich miese Fangesänge in der S-Bahn, an Haltestellen aus der S-Bahn pinkelnde Fans, der lange Marsch vom Stellinger S-Bahnhof zum Volksparkstadion – und die Order von Zuhause im Gepäck, “nicht in die Westkurve” zu gehen. Ging klar, und so kauften wir uns Tickets für die Westkurve. Rein in den Umlauf, gleich einen Schal (“No one likes us, we don’t care”) und eine Kassette (“Echter Genuss”) am Supporters-Container gekauft und dann durch die Blockkontrolle hinauf in den Block F. Auf den ersten Blick sah das Stadion kompakter aus als im Fernsehen oder von der Autobahn. Gegenüber leuchtete der Schalke-Fanblock in der Sonne, beide Fanlager stimmten sich auf das Spiel ein, der E-Block stimmte mehrmals Doris Days “Que sera sera” an, das ich danach nie wieder im Stadion vernahm.

    Das alles genügte mir schon, um zu sagen, das gefällt mir, hier möchte ich öfter sein. Ausnahmsweise begeisternd war auch das Spiel: Der HSV fegte die Schalker mit 4-1 vom Platz, “mein” erstes HSV-Tor schoss Valdas Ivanauskas nach einem überragendem Antritt. 1994 kaufte ich meine erste Dauerkarte, 1996 wurde ich Mitglied im Verein und dachte, das alles sei für die Ewigkeit. Aber das, was viel später kam, ist eine andere Geschichte. Der hier beschriebene Anfang ist und ist bleibt ewig; Siege und Niederlagen – unwichtig.

    Im Juli 2020 war der erste Lockdown zwar schon Geschichte, Zuschauer durften den Spielen jedoch nicht beiwohnen, lediglich zu Beginn der neuen Saison für einige Spieltage. Ein paar weitere Bilder von diesem Abstecher gibt es auf der guten, alten Website der Psychopathen Steinburg. Reclaim the game!

    Kamera: Canon AF35M
    Film: Agfaphoto APX 100
    Location: Kiel
    Juli 2020

  • roots (pt. 1/2, vier Bilder)

    Holstein-Stadion, Kiel

    Holstein-Stadion, Kiel

    Holstein-Stadion, Kiel

    Holstein-Stadion, Kiel

    Im Sommer 1988 nahm mich mein Vater, einst aktiver Holstein-Kicker und -Handballer, erstmals mit ins Stadion unweit seines Elternhauses. Gegner war der frischgebackene DFB-Pokalsieger Eintracht Frankfurt mit seinem Star und meinem damaligen Lieblingsspieler Lajos Detari, der nur zwei Tage nach diesem Testkick zu Olympiakos Piräus transferiert wurde. Von Detari war ich enttäuscht und habe danach lange nichts mehr von ihm gehört, geschweige denn irgendeinen Buffer zu meinem Idol auserkoren. Zur KSV Holstein ging es jedoch immer wieder mal mit Vaddern, zumeist zu den Topspielen der Oberliga Nord. Gegner waren Clubs wie der VfL Wolfsburg, der VfB Oldenburg und Arminia Hannover, aber auch längst untergegangene und ausgelöschte Vereine wie der SC Norderstedt, die TuS Hoisdorf und der VfL Herzlake.

    Vom Spiel blieb wenig hängen, die Eintracht gewann 2-0. Spannender war das Geschehen auf den Rängen. Wir standen auf der Gegengerade in Höhe der Mittellinie unweit des Holsteinfanblocks. Kurios fand ich zwei Besoffene, die sich quer über das Spielfeld irgendetwas zublökten und so die Zuschauer sichtlich irritierten. Die Meisten schmunzelten über dieses deftige Schauspiel. Mir gefiel diese raue Umgebung schon als Kind sehr, einordnen konnte ich das aber ganz sicher noch nicht.

    Im Juli 2020 war der erste Lockdown zwar schon Geschichte, Zuschauer durften den Spielen jedoch nicht beiwohnen, lediglich zu Beginn der neuen Saison für einige Spieltage. Ein paar weitere Bilder von diesem kleinen Spaziergang gibt es auf meiner ollen Fußballfotoarchivseite.

    Kamera: Canon AF35M
    Film: Agfaphoto APX 100
    Location: Kiel
    Juli 2020

  • Kratt (drei Bilder)

    Kratt

    Kratt

    Kratt

    Zwei Jahre wohnte ich in Itzehoe unweit dieser Ecke, entdeckt habe ich die Gegend um das Viertel Kratt erst im letzten Sommer.

    Kamera: Canon T70
    Film: Kodak Color Plus 200
    Location: Kratt, Itzehoe
    August 2020

  • Eriks Hale (fünf Bilder)

    Eriks Hale, Marstal

    Eriks Hale, Marstal

    Eriks Hale, Marstal

    Eriks Hale, Marstal

    Eriks Hale, Marstal

    Die Strandhauskultur auf der Odde Eriks Hale entwickelte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Es sind einfach ausgestattete Holzhäuser und dort findet sich eigentlich nur das ausschließlich Nötigste für das Strandvergnügen – wo man entweder die Brandung der offenen Ostsee genießen oder unmittelbar rückseitig der Häuser im ruhigen Hafenbecken planschen konnte. Neue Häuser dürfen längst nicht mehr hinzugebaut werden und die bereits vorhandenen werden zumeist familienintern weitergegeben und gepflegt.

    Kamera: Canon T70
    Film: Kodak Farbwelt 800 (expired 01/2005)
    Location: Eriks Hale, Marstal
    Oktober 2020

  • Monasterium (drei Bilder)

    Monasterium

    Monasterium

    Monasterium

    Seit dem frühen Mittelalter entstand an dieser Stelle der Ort Mimigernaford. Etwas später gründete ein friesischer christlicher Missionar namens Liudger dort ein Kloster, das er schlicht “Monasterium” (deutsch: Münster) nannte. Daraus entstand im Laufe der Zeit die zwischenzeitlich größte Stadt Westfalens.

    Kamera: Canon T70
    Film: Kodak Color Plus 200
    Location: Münster
    Juli 2020

  • die doppelt belichtete Felsenküste Bornholms (pt. 2/2, fünf Bilder)

    Ohne Titel

    Ohne Titel

    Ohne Titel

    Ohne Titel

    Ohne Titel

    Kamera: Canon EOS 500N
    Film: Rossmann Film 200 (expired 03/2015)
    Location: Rønne
    September 2019

  • der doppelt belichtete Hauptort Bornholms (pt. 1/2, drei Bilder)

    Ohne Titel

    Ohne Titel

    Ohne Titel

    Kamera: Canon EOS 500N
    Film: Rossmann Film 200 (expired 03/2015)
    Location: Rønne
    September 2019

  • Kieler Marineviertel (sechs Bilder)

    Marineviertel, Kiel

    Marineviertel, Kiel

    Marineviertel, Kiel

    Marineviertel, Kiel

    Marineviertel, Kiel

    Marineviertel, Kiel

    Seit Anfang der Vierzigerjahre lebten meine Großeltern im großzügig gestalteten Marineviertel, mein Vater wuchs dort auf. Er kickte mit den Nachbarskindern gerne zwischen den Bäumen im Innenhof. Bei den Gassigängen mit meinem Großvater und Spitz Nelly lernte ich später diese Ecke als Kind gut kennen. Klinkerexpressionismus nennt man wohl diesen Baustil, der vor allem in Norddeutschland der Zwanzigerjahre die unsäglichen preußischen Mietskasernen verdrängte. Typisch sind der dunkelrote Klinker, die schlichten Ornamente und eleganten Torbögen. Bis vor kurz vor ihrem Tod vor knapp zehn Jahren lebte meine Großmutter dort. Sie war die letzte der Generation, die dort noch das Dritte Reich, den Zweiten Weltkrieg und die Bombeneinschläge erlebte. Nun leben hier nur noch unbefleckte Menschen.

    Kamera: Canon AF35M
    Film: Agfaphoto APX 100
    Location: Marineviertel, Kiel
    Juli 2020

  • Für eine Handvoll Gäste… (vier Bilder)

    for a handfullaguests

    for a handfullaguests

    for a handfullaguests

    for a handfullaguests

    Was war das für ein entspannter Covid-19-Sommer? Fast könnte man meinen, alle Stühle wären abends besetzt gewesen. Aber, man ahnt es, ein Toilettencontainer reichte völlig aus.

    Kamera: Canon T70
    Film: Kodak Color Plus 200
    Location: Westfälische Wilhelms-Universität Münster
    Juli 2020

  • railway dreams (vier Bilder)

    railway dreams

    railway dreams

    railway dreams

    railway dreams

    Als ich vor einiger Zeit alte Videos aus Teenager-Zeiten in den Neunzigerjahren sah, hörte ich in einem der Filme ein lautes Scheppern im Hintergrund. Dieses Scheppern stammte offensichtlich von einem Güterzug, der zwischen Kellinghusen und Hohenlockstedt unterwegs war. Wenige Jahre später wurde jedoch nicht nur diese Route eingestellt, sondern die komplette Gleisanlage abgebaut. Lediglich an der Mühlenbek zwischen Kellinghusen und Wrist befinden sich noch Gleise, die jedoch längst überwuchert sind.

    Seit knapp zehn Jahren bemüht sich Kellinghusen um die Wiederbelebung der Trasse für die Regionalbahn in Richtung Altona. Passiert ist bis jetzt: nichts. In Zeiten der Covid-19-Pandemie soll es, so wird gemunkelt, sogar schon Wetten geben, die mit der Hoffnung der Menschen spielen: Was kommt zuerst? Die Wiederanbindung Kellinghusens an das Schienennetz oder ein effektiver (!) Impfstoff gegen das Coronavirus? Oder weiter gefragt: Was davon kommt überhaupt?

    Kamera: Canon AF35M
    Film: Agfaphoto APX 100
    Location: ehemalige Bahntrasse zwischen Wrist und Kellinghusen
    August 2020

  • die Farben von Bornholm (drei Bilder)

    colours of Bornholm
    Flechte an einer Schäre bei Årsdale

    colours of Bornholm
    Im Døndalen befindet sich einer von drei Wasserfällen auf der Insel. In den Sommermonaten führt er nur wenig Wasser, von Herbst bis Frühjahr umso mehr.

    colours of Bornholm
    Farbenpracht in Dueodde

    Kamera: Canon EOS 500N
    Film: Rossmann Film 200 (expired 03/2015)
    Location: Bornholm
    August/September 2019

  • noch mehr altes Finnland (pt. 1/1, sechs Bilder)

    Seurasaari

    Seurasaari

    Seurasaari

    Seurasaari

    Seurasaari

    Seurasaari

    Handzahme Eichhörnchen liefen mir zwar nicht über den Weg, dennoch war der Spaziergang über die Museumsinsel angenehm kurzweilig und man konnte erahnnen, wie es noch vor rund hundert Jahren im ländlichen Finnland ausgesehen haben muss. Außerdem empfehlenswert: Der Eisladen direkt vor der Brücke – Weltklasse-Softeis!

    Kamera: Canon EOS 500N
    Film: Intercolor 200 (expired 05/2005)
    Locations: Seurasaari, Helsinki
    August 2020

  • one band, one shot (Bilder aus einer anderen Zeit; sieben Bilder, ein Video)

    one band, one shot: Petrol Girls

    one band, one shot: Refused

    one band, one shot: Thrice
    Petrol Girls (in der Urbesetzung), Refused und Thrice in der Großen Freiheit 36; November 2019

    one band, one shot: Sick Of It All
    Sick Of It All in der Markthalle; November 2019

    one band, one shot: Jo Quail

    one band, one shot: Mono
    Jo Quail und Mono im Mojo Club; Dezember 2019

    one band, one shot: Petrol Girls
    Petrol Girls im Hafenklang; Februar 2020

    Während in der Elbphilharmonie und ähnlichen Etablissements während der Pandemie vorzugsweise tote Musik am Leben gehalten wird, stehen vor allem lebendige kleine Clubs und Undergroundbands hart an der Kante zum (finanziellen) Tod – gerade während des neuerlichen Lockdowns. Wenn am Ende nur Pop- und Schlagergrütze und die “großen” Namen übrigbleiben, bleibt am Ende außer Industrieerzeugnissen eigentlich nichts übrig. Das Oligopol siegt, ganz so, wie es sich für eine freie, deregulierte Marktwirtschaft, sprich das archaische Konstrukt Kapitalismus gehört.

    Eine der wenigen kommerziell erfolgreichen Bands, die für diese Basis ein Plädoyer gehalten hat, waren übrigens “Die Ärzte“. Sie wissen noch, wo sie herkommen, wo letztlich jede kreative und kritisch begleitete Entwicklung ihren Anfang nahm und nimmt. Ansonsten: viel Stille seitens erfolgreicher Größen in Kunst und Musik, von der “pragmatisch” gepolten und überalterten Politik sowieso.

    „Der individuelle Erzieher, der einem ernsten Ziel nachstrebt, der Künstler oder Schriftsteller mit originellen Ideen, der unabhängige Gelehrte oder Forscher, die unnachgiebigen Pioniere der sozialen Umgestaltung, sie alle werden täglich von Männern an die Seite gedrängt, deren Bildung und Schöpferkraft überlebt sind.“
    Emma Goldman

    Kamera: Canon AF35M
    Film: Agfaphoto APX 100 (pushed ISO 400)
    November 2019 bis Februar 2020

  • Der samtpfotige Ornithologe schaut die sich später sicher gerne mal an. (vier Bilder)

    feathered army

    iron(ic) chicken

    riotous assembly

    upcoming ornithologist

    Kamera: Canon EOS 500N
    Film: Rossmann Film 200 (expired 03/2015)
    Locations: Svaneke, Dueodde, Hasle
    August/September 2019

  • grüner Flecken (drei Bilder)

    green spot

    green spot

    green spot

    Angestellte von großen Firmen aus den westlichen Industrieländern wurden für die Zeit, die sie in Saudi-Arabien arbeiteten, zum Beispiel in eigens dafür hergerichteten Arealen untergebracht. Mein Vater hatte sein (für die damalige Zeit) vollausgestattetes Appartment in einer Barracke im Philipp-Holzmann-Camp unweit des Flughafens im Osten Riyadhs. Die Anlage war grün und gepflegt, während außerhalb das für Wüstenstaaten übliche Beige vorherrschte. Im Restaurant wurde Weihnachten ein sehr üppiges Buffet aufgefahren und auch sonst war die Küche sehr schmackhaft – aber eben westlich geprägt. Nach arabischer oder türkischer (keine Kebabläden!) Küche musste man außerhalb des Camps Ausschau halten.

    Kurios waren sicherlich die Wachleute, die einem vor allem zu später Stunde zwischen Appartement und Restaurant über den Weg liefen. Besondern ein Araber mit Patronengürtel, geladener Flinte und grimmigem Blick blieb haften. Tagsüber, wenn man denn da war, wurde man fünfmal täglich von außen beschallt: Drei Moscheen riefen zum Gebet. Ein Muezzin wirkte recht energisch, einer kannte beim Gesang nur eine Tonlage und einer klang beim Singen so, als hätte er bereits einiges an Selbstgebranntem in sich hineingeschüttet.

    Kamera: Kodak Istamatic 255x
    Location: Philipp-Holzmann-Camp, Riyadh
    Dezember 1992/Januar 1993

  • keine Helden, keine Opfer (neun Bilder)

    Bereits bevor in diesem Sommer die Autoritäten der vermeintlich glorreichen Vergangenheit infrage gestellt wurden, lichtete ich in meinem Heimatort Kellinghusen diverse militärische Gedenkstätten ab. Nicht nur nahe der ehemaligen Bundeswehrkaserne wurde ich fündig, auch in einem kleinen Park auf meinem alten Schulweg und vor allem um die evangelisch-protestantische Sankt-Cyriacus-Kirche herum.

    Den “Heldentod” starben diese Menschen, sie “fielen”, so steht es dort in Stein geschrieben. Schon als Kind irritierte mich der Begriff “gefallen” in diesem Zusammenhang. Gerade an Geburtstagen meiner Großeltern fielen solche Worte, wenn sich die Alten an Cousin X und Bruder Y, die den Zweiten Weltkrieg nicht überlebten, erinnerten. Sie “fielen”. Hin? Weich? Auf’s Maul? Wie reifes Obst von den Bäumen? Nein. In der englischen Sprache benennt man es unverblümter: killed in action, getötet im Krieg. Und waren sie Helden, weil sie für “uns” kämpften? Für und um was kämpften sie eigentlich für “uns”? Im deutsch-französischen Krieg, der vor genau 150 Jahren im Jahr 1870 losbrach und nach knapp einjähriger Dauer eine katastrophale Kette voller Vergeltung nach sich zog? Im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918? Und im Zweiten Weltkrieg von 1939 bis 1945? Zogen hier wirklich Helden in Krieg? Und waren sie tatsächlich auch Opfer?

    death of heroes
    Denn nur die Besten sterben jung.

    the forgotten disaster
    In Overndorf erinnert eine kleine Stele an den vor 150 Jahren begonnenen Deutsch-Französischen Krieg – den Grundstein für das Unfassbare, das in den nächsten Jahrzehnten folgen sollte.

    German graveyard classic
    Es war an der Zeit.

    only the best die young
    Mehr als ein Bein, eine Hand?

    Für Gott, Volk und Vaterland!
    Die Umgebung der Kellinghusener Sankt Cyriacus Kirche ist voll mit militärischen Gedenkstätten. Übrigens: Einmal lehnten sich deutsche Soldaten doch auf: Am Ende des Ersten Weltkriegs kam es zum sogenannten Matrosenaufstand, der das marode Kaiserreich endgültig zusammenbrechen ließ.

    no victims
    Bruder Z ist dort und dort “gefallen”, hörte ich als Kind die Alten reden. Dieses Wort in diesem Zusammenhang fand ich damals schon irritierend, heute schönfärbend.

    noone knew anything
    Ob er wenigstens von Zuhause Humanismus mitbekam?

    for us
    Es ging ja immer um eine gute Sache!

    believe anything
    entdeckt in der Vorbrügger Straße

    Und heute? Da glauben in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) einige Genoss_innen mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht etwas gegen den in der Bundeswehr immer stärker aufkeimenden Neo-Faschismus unternehmen zu können. Wenn eine völlig überalterte und empathielose Partei mal wieder ‘ne Idee hat. Wie wäre es mit Prävention und Geschichtsunterricht, der nicht nur aus Statistiken und Moralblabla besteht, sondern in dem gezielt lokale Opfergeschichten aufgearbeitet werden? Aber Sozen raffen mittlerweile gar nichts mehr außer bestenfalls Posten und Positionen.

    Kamera: Nikon F-401x
    Film: Agfaphoto APX 100
    Location: Kellinghusen
    April 2020

  • Protagonisten (vier Bilder)

    protagonist

    protagonist

    protagonist

    protagonist

    Der Baum. Nicht nur in robusten HSV-Kreisen werde ich so gerufen, auch in meiner Portraitarbeit spielt er eine große Rolle. Kleine Auszüge streue ich seit letztem Sommer immer wieder in Form von kurzen Serien, das Mehr bleibt dem world wide web jedoch vorenthalten. Es riecht schwer nach einem Ausstellungsthema.

    Kamera: Canon EOS 500N
    Film: Rossmann Film 200 (expired: 03/2015)
    Location: Bornholm
    September 2020

  • ein paar von tausend (vier Bilder)

    Saukkojärvi

    Jaurakkajärvi

    Oulujärvi

    Oulujärvi

    Finnland gilt gemeinhin als das Land der (einhunderachtundachtzig-)tausend Seen. Auch im brennend heißen Sommer 2018 finden sich Ecken, an denen man ganz in Ruhe ein Bad nehmen kann. Früh morgens, spät abends, irgendwann tagsüber. Kaum Menschen, keine Hektik, nur gelegentlich Opas, die auf ihre Enkelkinder aufpassen und dabei lauthals telefonieren.

    Kamera: Canon EOS 500N
    Film: Intercolor 200 (expired 05/2005)
    Locations: Jaurakkajärvi, Saukkojärvi, Oulujärvi
    Juli/August 2020

  • 4×9 (Collage)

    4x9

    Schönes und altes Haus an der Laurinatskoppel stand lange leer und brannte dann ab.

    Kamera: Canon EOS 500N
    Film: Kodak Ultramaxx 400, doppelt belichtet, mit Rotfilter
    Location: Laurinatskoppel und KU1, Kellinghusen
    April 2020

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