Auf dem Weg ins Winterlager in Borgstedt.
Kamera: Canon EOS 500N
Film: Agfaphoto APX 400
Location: Nordostseekanal, Schleuse Kiel-Holtenau
Oktober 2022
Der Begriff “Klimawandel” ist dann doch nur ein neoliberaler. Klingt ja auch viel besänftigender als “Klimakatastrophe” oder “Klimakrise”. Und Krisen sind ja auch meistens schnell ausgestanden; als langjähriger HSV-Gänger weiß ich es nur zu gut. Winter mit viel Schnee in Mittelholstein und damit meine ich mehr als fünfzehn Zentimeter für zwei oder drei Tage? Die gab es zuletzt, mutmaße ich zielgenau, 1988 und 2010. Dabei gibt es doch nur diesen einen Planeten mit Bier.
Kamera: Canon T70
Film: Kodak Farbwelt 400 (expired 08/2007, pulled ISO 160)
Location: Kellinghusen
März 2022
Als ich Mitte April 2015 im japanischen Nikkō mit einer Tüte Eis aus einem Lokal trottete, erntete ich von einer Amerikanerin aus Arizona entsetzte Reaktionen. “Ich kam her, weil ich den japanischen Frühling erleben wollte,” sagte sie, während ich im Schneetreiben auf knapp 1200 Höhenmetern mein Matcha-Softeis genoss. Denn vom nahen Lake Chuzenji war nichts zu sehen und auch der Kegon-Wasserfall war fast nur akustisch vernehmbar. Einen Tag darauf fuhr ich erneut von der Kleinstadt dort hinauf und erlebte diesmal einen entspannten Frühlingstag mit schönem Ausblick und anderen Amerikanern, die eigentlich für den Vortag perfekt gekleidet gewesen wären. Von Kaliforniern erwarte ich ja für gewöhnlich das Tragen von Surferklamotten.
In diesem Jahr schaute der in heimischen Breiten mittlerweile sehr rare Winter am letzten Märztag vorbei, einen Tag vor meiner ersten postpandemischen Reise, die mich auf die britischen Inseln führte. Amerikaner traf ich diesmal keine – die Handvoll in Kellinghusen lebenden machten es sich derweil garantiert in überheizten Wohnzimmern gemütlich.
Kamera: Canon EOS 500N
Film: Kodak Farbwelt 400 (expired 08/2007, pulled ISO 160)
Location: zwischen Kellinghusen und Wittenbergen
März 2022
Da können diese Menschen mit ihren fragwürdigen Spitznamen lange warten: Es fährt kein Bus, weder zum Røde Sten noch sonstwo hin. Der deutsche Michel muss marsc… also latschen und vier von ihnen trugen immerhin keine weißen Socken in Sandalen.
Kamera: Canon EOS 500N
Film: Kodak Farbwelt 400 (expired 08/2007)
Location: Fur
Dezember 2021
In der Nähe von Løkken entdeckten wir vor ein paar Jahren einen Ort mit dem großartigen Namen Hundelev. Der Hund begraben ist auch auf der Insel Fur, was übrigens ganz wunderbar war. Der lokale Supermarkt ist längst von der Inselmitte ins Hafenumfeld gezogen – empfehlenswert ist dort ein Blick ins Regal mit dem lokalen Craftbeer. Das schmeckt wirklich sehr gut.
Kamera: Canon EOS 500N
Film: Kodak Farbwelt 400 (expired 08/2007)
Location: Fur
Dezember 2021
Soundtrack zur Insel: Deftones – Around The Fur
Kamera: Canon EOS 500N
Film: Kodak Farbwelt 400 (expired 07/2008, pulled ISO 160)
Location: Fur
Dezember 2021
Als 14-Jähriger verbrachte ich den Jahreswechsel auf der arabischen Halbinsel. An Weihnachten erinnere mich, die Silvesternacht ist komplett in Nebel gehüllt. Mutmaßlich war es unspektakulär, der islamische Kalender ist schließlich anders getaktet als der gregorianische und wir waren nicht im “westlichen” Holzmann-Camp in Riyadh, sondern am Persischen Golf. In jenem Jahr sah ich statt Schnee- also richtige Wüsten und stellte erstmals fest, dass man mit Kameras auch richtig gut manipulieren konnte. Denn eine Photographie zeigt immer nur einen Ausschnitt vom Ganzen. Es ist nicht zu sehen, ob ich an einer vielbefahrenen Straße an einem Rastplatz zur Kamera gegriffen habe oder am Ende eines Schotterwegs, ob um mich herum naturbelassene Einöde war oder hinter mir eine Oase, künstlich geschaffenes Grün oder auch nur ein zerschrotetes Auto neben der Fahrbahn lag – dort entsorgte der gemeine Landesbewohner nämlich gerne mal seinen alten Zossen…
Kamera: Kodak Instamatic 255x
Location: Wüste zwischen Dammam und Riyadh
Dezember 1992/Januar 1993
Kamera: Nikon F-401x
Film: Agfaphoto APX 100
Location: Japanischer Garten, Planten un Blomen, Hamburg
Januar 2021
Das Dosenmoor entstand in der letzten Eiszeit vor rund 12000 Jahren. Seit dem 18. Jahrhundert wurde dieses Hochmoor wirtschaftlich genutzt und von 1964 bis 1977 gab es sogar ein Torfwerk, das den Abbau industrialisierte. Seit dem glorreichen Jahr 1978 wird das Dosenmoor jedoch renaturisiert. So wurden unter anderem sämtliche Entwässerungskanäle zugeschüttet, um das Moor feucht zu halten.
Kamera: Canon EOS 500N
Film: Ferrania Solaris 200 (expired 11/200)
Location: Dosenmoor
Januar 2021
Ist man allein unterwegs, erlebt man manchmal spezielle Momente. Auf einen solchen Moment an jenem Nachmittag fußend habe ich wieder begonnen, Geschichten in Cartoonform zu Papier zu bringen. Poetisch, minimal und roh, ohne Schablonen.
musikalische Untermalung: Emma Ruth Rundle – Fever Dreams
Kamera: Agfa Isolette Vario
Film: Agfacolor XRS 1000 (exp. 01/1989)
Location: Hjarbæk Fjord, Limfjord
Januar 2020