1978 vs

Zugegebenermaßen ist die Grundidee geklaut. Man nehme einen Menschen und einen Film, dessen Haltbarkeit in dem Jahr ablief, in dem dieser Mensch geboren wurde. Auch zu diesem Projekt war die Vorlaufzeit lang, schließlich ist eine reine Kopie dieser Grundidee ziemlich plump. Wie setze ich es um, kommt Inhaltliches hinzu? Bildlich lieferte mir mein allererstes “privates” Portraitmodell Anne im Frühling 2017 den ersten Anstoß: Ich photographierte sie mit einer recht markanten und alleinstehenden Kiefer auf einer Wiese irgendwo im Nirgendwo.

Bis ich auf die obligatorische Frage kam, vergingen nochmals knapp zwei Jahre. Ich photographiere schon lange und oft mit abgelaufenem Filmmaterial. Zum Einen spart es ein paar Euro, zum Anderen mag ich die Patina sowie die Farb- und Kontrastgebungen dieser Filme. Im Gefrierfach hatte ich abgelaufenen Film der Jahre 1989, 1993 und 1994 und idealerweise sind meine Portraitprojekte durchsetzt mit diesen Jahrgängen. Der Kopf ratterte und ich fragte mich, was eigentlich in meinem Geburtsjahr 1978 los war und was mich prägte, als die Filme abliefen und mein jeweiliges Modell geboren wurden… Im Juni 2019 ging es schließlich mit einer 1993 Geborenen und der Fragestellung los.

Ausstellungsthema, ausschließlich mit ausgesuchten und langjährigen Teilnehmer_innen.

Anne
Impulsgeberin Anne im April 2017